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Kommentar aus TurnMagazin 1/2018

Die Frage nach dem (Mehr-)Wert des Vereinssports
Wer kennt sie nicht? Die Scheu in Vorständen von Turn- und Sportvereinen über eine Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen in der Mitgliederversammlung zu beraten. Dies gilt insbesondere für kleine und mittlere Vereine. Denn es wird ein Austritt von Mitgliedern befürchtet.
Sport im Verein darf nicht viel kosten, Mitgliedsbeiträge müssen sozialverträglich sein, heißt es. Im Grundsatz ist das korrekt, denn Sportangebot soll breite Kreise der Bevölkerung ansprechen und erschwinglich sein. Auch für sozial Schwächere sollte der Zugang zum Sport ermöglicht werden.

Fakten zu den Beiträgen
Im Sportentwicklungsbericht 2015/2ß16 wurden die durchschnittlichen monatlichen Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen ermittelt: für Kinder 2,50 Euro, Jugendliche 3 Euro und Erwachsene 6,30 Euro. Wenn ich diese Zahlen im Vergleich zu Kosten und Gebühren in anderen Bereichen unseres Lebensalltags setze, ist festzustellen, dass die Vereinsmitgliedsbeiträge recht kostengünstig ausfallen. Zugleich müssen wir allerdings auch feststellen, dass die Kosten für die qualitative Erbringung der Vereinsangebote in den zurückliegenden Jahren erheblich angestiegen sind, nicht jedoch die Mitgliedsbeiträge.
Gewiss, Sozialverträglichkeit der Vereinsmitgliedschaft ist wichtig, aber hier gibt es alternative Wege.
In der Argumentation müssen wir wieder auf den Ursprung des Vereinswesens zurückkommen: der Verein also Solidargemeinschaft und Selbsthilfeorganisation.
Für die Vorstände bedeutet dies, Umfang und Qualität des Vereinsangebotes und deren Kosten transparent darzustellen sowie deutlich zu machen, dass sich eine Solidargemeinschaft vor allem auch durch Querfinanzierung auszeichnet. Das bedeutet, dass z.B. Jugendarbeit im Wettkampfsport durch Beiträge von Erwachsenen subventioniert wird, die selbst keinen Wettkampfsport betreiben. Mitgliedsbeiträge gehen auf das Gemeinschaftskonto, werden nicht mit Gegenleistungen aufgewogen.
Dieses System der Beitragsfinanzierung im Sport – Solidarfinanzierung und Quersubventionierung – sollte sich sowohl bei den Mitgliedsbeiträgen der Vereine als auch der Verbände fortsetzen. Leider ist das aber nicht der Fall.

Faire Mitgliedermeldung
Für den Turnsport möchte ich mit Nachdruck sagen, dass kostengünstige Mitgliedsbeiträge der Verbände die richtige Meldung aller voraussetzen. Jede Falschmeldung geht zu Lasten der Solidargemeinschaft im Turnsport. Deshalb richte ich an alle Vereine den Apell ihre Mitglieder zutreffend anzugeben.

Ihr
Dr. Alfons Hölzl, DTB-Präsident