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Wanderfreizeit Ratschings 2006

 
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Wanderfreizeit des TVM in Südtirol vom 02.07. bis 09.07.2006   Auf nach Ratschings!   Gut gelaunt trifft man sich am frühen Sonntagmorgen zur Wanderfreizeit des TVM in Südtirol. Alle sind in freudiger Erwartung, haben doch die meisten schon eine Woche in den Bergen  mit Lothar Stein als erfahrenem Wanderführer und seiner Ehefrau Inge miterlebt. Lothar begrüßt alle und wünscht eine schöne und erlebnisreiche Wanderwoche. Dann verkündet er die erfreuliche Mitteilung, dass es ihm gelungen ist einen zweiten Wanderführer zu bekommen: Klaus Zernia – er ist den meisten Teilnehmern schon als sehr umsichtiger und fröhlicher Wanderkamerad bekannt – wird unter großem Beifall vorgestellt. Bei schönstem Wetter chauffiert uns Hermann unser Busfahrer durch die sommerliche Landschaft, vorbei an wogenden Getreidefeldern und bewaldeten Hügeln. Die Fahrt geht über Würzburg und Nürnberg, an München vorbei nach Innsbruck. Der Fluss begleitet uns, die Berge werden höher, der Bus arbeitet sich den Pass hinauf. Vom Brenner ist es nur noch eine kurze Strecke, schon liegt das schmucke Städtchen Sterzing mit den zwei beherrschenden Burgen vor uns. Wir biegen ab ins Ratschingstal und erreichen gegen 17:30 unser Hotel. Familie Seeber heißt uns herzlich willkommen. Wir beziehen die gemütlichen Zimmer und treffen uns um 19 Uhr im Speisesaal zum festlichen 6-Gänge Menue. Nach dem köstlichen Abendessen wird das Programm der kommenden Woche vorgestellt. Dank der zwei Wanderführer wird es Wanderangebote mit unterschiedlichen Anforderungen geben. Man sitzt noch zusammen, frischt alte Kontakte auf und „beschnuppert“ die neuen Wanderkameraden. Zufrieden und in der Vorfreude auf den ersten Wandertag geht’s in die Betten. Montag, den 03. Juli - Einer fehlt! Ausgeruht und gespannt auf die erste Wanderung genießen alle das üppige Frühstücksbüfett. Da schlägt Inge`s Ansage wie eine Bombe ein: Lothar ist krank! Er hat ein Magen-Darm Infekt und kann nicht aufstehen. Allgemeines Bedauern und Wünsche zur schnellen Genesung! Jetzt ist der zweite Wanderführer voll im Einsatz! Die „Einlaufwanderung“ wird wie geplant durchgeführt. Der Bus bringt uns zum Jaufenhaus auf 2089m Höhe. Hier weht ein frischer Wind und es bietet sich ein herrlicher Rundblick! Genug geschaut! Auf Weg Nr 12 geht’s im Gänsemarsch steil bergab nach Schluppes im Jaufental. Dieses ist ursprünglich und vom Fremdenverkehr noch nicht entdeckt. Immer wieder haben wir Ausblicke auf hohe Wasserfälle und tiefe Einschnitte in den bewaldeten Steilhängen. Entlang des Weges ist ein reines Bergblumenparadies! Zu Beginn überall große Flächen mit Alpenrosen, dann gelbe Arnika, rosa Karthäusernelken, Bergschlüsselblumen, bärtige Glockenblumen. Weiter unten im Tal blühen geflecktes Knabenkraut, Frauenmantel, Lupinen und Vergissmeinnicht. Keiner unter uns, der nicht die Vielfalt und Farbenpracht bewundert. Von Schluppes (1508m) führt ein breiter Weg über Obertal nach Mitteltal (1150m). Hier machen wir im Hotel Rainer Rast und erfrischen uns auf der schattigen Terrasse, während unsere Hemden in der Sonne trocknen. Hermann fährt uns entlang des Baches nach Gasteig und weiter nach Stange. (976m)  Hier teilt sich die Gruppe. Einige fahren direkt ins Hotel um die Wellnessanlage zu genießen. Der größere Teil der Gruppe wandert und steigt durch die Gilfenklamm und bestaunt die tiefe Schlucht welche der reißende Gebirgsbach in den weißen Marmor geschliffen hat. In Jaufensteg (1149m) bekommt Hermann extra Applaus dafür, dass er uns abholt und ins Hotel bringt. Nach einem leckeren Abendessen verteilt Inge jeder Tischgemeinschaft Aufgaben für den Seeber-Abend. Jetzt wird eifrig überlegt und erste Ideen werden besprochen. Nach einem nightcup an der Bar oder im Aufenthaltsraum pflegt man der Ruhe und erholt die Muskeln. Dienstag, 04. Juli 2006 - Der Berg ruft! Heute beginnt der Tag mit einem Geburtstagsständchen für Josi. Nach dem Frühstück treffen sich alle an der Talstation des Ratschinger Sesselliftes. Von 1280m schweben wir bequem auf 1800m hinauf. Hier bilden sich zwei Gruppen. Klaus führt eine davon über den Rinner Sattel (2031m) zur Fleckner Hütte (2100m). Am Stein mit dem Tiroler Wappen gibt es zur Stärkung ein Gläschen Rotwein. Weiter geht es bei klarer Sicht ins Passeiertal unterhalb des Fleckner und der Saxner Spitze zum Glaitner Hochjoch (2359m). Hier mundet das mitgebrachte Vesper köstlich. Der Abstieg führt zur Inneren Wumbelsalm (1906m). Von da verläuft ein steiniger Querweg zur Äußeren Wumbelsalm, weiter zur Saxner Hütte und über die Wasserfaller Alm zurück zur Liftstation. Inge wandert mit den anderen auf einem breiten Weg über die Rinneralm zur Kalcheralm (1845m) Immer wieder bleiben wir stehen, um uns an der Aussicht ins Ratschingstal zu freuen. Ein künstlich angelegter See fällt uns auf. Er dient als Wasserreservoir für die Beschneiungsanlagen der Pisten im Winter. An der Kalcheralm gibt’s kühle Getränke und eine Pause vor dem steilen Anstieg über einen Skihang zum Jaufenpass (2094m).Oben angekommen sieht die Kalcheralm wie ein Puppenhaus aus. Wir gehen weiter auf dem sog. Russenweg, einem historischen Fußweg der von Schmugglern benutzt wurde.(Weg Nr 12 u. 13b) Ein kurzer Abstecher hoch auf den Grat erlaubt uns einen weiten Blick nach St. Leonhard und ins Passeiertal. Geduldig benennt uns Inge immer wieder die Blumen die wir entdecken. Das Interesse an den Alpenblumen ist groß. Es wird viel botanisiert, Pflanzen werden bestimmt und benannt. Heute finden wir kräftige, gelbe Enziane, kleine dunkelblaue Schusternägele, einige große blaue Enziane. Über den Rinner Sattel kommen wir zur Wasserfaller Alm (1903m). Hier genießen wir eine erholsame Pause auf der sonnigen Terrasse. Ein kurzer, heftiger Regenguss treibt uns alle in die Hütte. Nach einem Gläschen Wein ziehen wir beschwingt zur Liftstation. Beim Abendessen werden die Erlebnisse des Tages ausgetauscht. Später finden sich die meisten im Fernsehraum zusammen, um das Länderspiel Deutschland –Italien mitzuerleben. Mittwoch, den 5. Juli - Einzigartige Dolomiten! Gespannt erwarten wir die Fahrt in die Dolomiten. Lothar hat eine besonders interessante Tour angekündigt. Und es wird ein besonderer Tag! Wieder fahren wir bei herrlichem Sonnenschein los. Entlang der Rienz durchs Pustertal (Obst- und Gemüsefelder säumen die Straße), vorbei an der mittelalterlichen Stadt Bruneck ins Gadertal, durch enge Schluchten zum Valparolapass dann den Falzaregopass hinauf.(2105m) Die Kabinenbahn bringt uns auf 2752m Höhe. Hier liegt die Lagazuoispitze noch im Morgennebel. Auf der Aussichtsterrasse bietet sich uns ein spektakuläres Panorama. In den schroffen Felswänden befindet sich ein Freilichtmuseum über Befestigungen und militärische Stellungen des 1. Weltkrieges. Unvorstellbar welche Anstrengungen die Menschen hier leisten mussten! Während wir auf einem steinigen aber gut abgestützten Weg absteigen bekommen wir immer wieder Einblicke in die Anlagen der kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Ausblicke auf bizarre Gipfel und tiefe Täler sind atemberaubend! Wir kommen zu einem Sattel und schauen staunend rückwärts zur Bergstation. Dort oben waren wir! Inzwischen hat sich der Nebel gehoben und die Sonne brennt unerbittlich auf das kahle Gestein. In einer Mulde entdecken wir Blumenkissen in allen Farben. Weiter geht’s am Fuße des Tofane entlang und wieder bergan auf den Weg 402. In ca. 2300m Höhe umwandern wir den Tofane di Rozes auf einem schmalen Geröllpfad unterhalb der senkrecht aufragenden Felswänden. Immer wieder bleiben wir stehen und genießen den großartigen Panoramablick auf die Drei Zinnen und die Marmolada. Karge Felsen, steile Geröllhalden- vor uns liegt eine Mondlandschaft. Das Spiel von Licht und Schatten bringt fantastische Formen und Farben hervor. Rechts unten in der Tiefe locken Wiesen und Wälder in allen Grünschattierungen. Plötzlich quert ein Fahrweg unsern Pfad. Gemütlich wandern wir abwärts zur Dibona Hütte im Naturpark der Dolomiten. Das kühle Schorle schmeckt köstlich! Nach kurzem Weg zur Talstraße holt uns der Bus ab. Gerade als wir einsteigen, fängt es an zu regnen. Während der Rückfahrt gibt es starke Gewitter und heftige Regenfälle. Die Straßen sind an manchen Stellen überschwemmt. In Cortina d `Ampezzo machen wir einen kurzen Apothekenstop. Lothar und Zayha sorgen für Nachschub der Medikamente. Ein Virus hüpft von einem zum andern und lässt nur wenige aus. Der Bedarf an Imodium ist enorm. Müde aber rundum zufrieden erreichen wir das Hotel. Die Eindrücke und Bilder dieses Tages werden jeden von uns noch lange begleiten. Donnerstag, den 6. Juli - Immer wieder lockt der Mareiter Stein! Hermann bringt die Gruppe ins Ridnauntal (1357m) Durch den Bergwald geht es steil bergauf zur Äußeren Wurzeralm (1822m). Der Anstieg wird belohnt mit einem herrlichen Blick auf den Mareiter Stein.(2192m) Die Wanderer sind enttäuscht, dass es ihnen auch dieses Jahr nicht vergönnt ist, diesen zu erobern. Eine akute Gewitterwarnung verbietet den geplanten Aufstieg und zwingt die Gruppe auf dem Fahrweg nach Pardaun (1183m) ins Tal zu gehen. Über diese schmale Straße wird der Marmor abgefahren. LKW`s welche bis 50 Tonnen geladen haben, donnern bergab und verursachen bei so manchem Wanderer einen rettenden Sprung ins Gebüsch. Von Pardaun führt der Weg nach Jaufensteg, dann dem Bach entlang bis zum Hotel. Die zweite Gruppe trifft sich um 10 Uhr am Hoteleingang und wandert gemütlich einen Wiesenweg entlang zum Schölzhornhof in Flading. Flading liegt 1482m hoch und ist ein verträumter Weiler am Ende des Tales. Zum Ort gehören drei Höfe und eine Kapelle. Hier genießen wir die Aussicht auf Almen und Wasserfälle und lassen uns ein gutes Vesper schmecken. So gestärkt treten wir den Rückweg an, gedrängelt von dunklen Wolken, die dann doch an uns vorbeiziehen. Wieder im Hotel angekommen entspannen wir uns in den Wellnesseinrichtungen. Vor dem Abendessen werden Sekt und kleine Häppchen gereicht. Neben dem lukullischen Genuss hat Inge dafür gesorgt, dass auch das Auge nicht zu kurz kommt: Ein wunderschöner Wiesenblumenstrauß- dem ein Igel aus Moos zu Füßen liegt- schmückt das Büfett. Der Abend findet einen gemütlichen Ausklang. Freitag, den 7. Juli - Sterzing lockt zum Einkaufsbummel! Aufgrund der Wettervorhersage wird das für Samstag geplante Programm um einen Tag vorverlegt. Hermann setzt uns am Marktplatz in Sterzing ab. Der Charme des mittelalterlichen Städtchens umfängt einen schnell, die alte Fuggerstadt ist reich an historischen Gebäuden- es gibt viel zu entdecken und bestaunen. Auch die Angebote in der Fußgängerzone finden unser Interesse. Fast jeder kehrt mit gefüllten Tüten und Taschen zum Bus zurück. Für den Nachmittag ist eine Wanderung auf dem Penser Joch geplant. Auf der Fahrt zeigt Hermann seine Geschicklichkeit den Bus zentimetergenau zu lenken. Oben angekommen machen wir uns auf den Weg zum Jaufentaler Jöchl. Unter uns folgt der Blick der kurvenreichen Pass-Straße tief ins Tal, vor uns zackige Gipfel. Der Weg ist schön und bietet immer wieder herrliche Ausblicke. Deshalb trotzen wir den rund um uns dunkel aufziehenden dichten Wolken und wandern weiter. Doch nach ca. einer Stunde müssen wir leider umkehren, Regen und Gewitter zwingen uns dazu. Auf der Rückfahrt können wir die Sicht ins weite Tal genießen. Bei unserer Ankunft im Hotel scheint schon wieder die Sonne! Die frühe Rückkehr wird genutzt, letzte Vorbereitungen für den geselligen Abend zu treffen. Nach einem köstlichen Abendessen trifft man sich um 21 Uhr in den Seeber Stuben. Es herrscht von Anfang an eine super Stimmung! Die Sketche, Lieder, Szenen und Vorträge der einzelnen Tischgruppen zeigen viel Witz und Kreativität! Man spürt, dass das Ausdenken und Proben genau so viel Spaß gemacht hat wie das Vorführen. Alle sind begeistert über die Darbietungen. Auch Inge findet, dass die von ihr gestellten Aufgaben absolut zu ihrer Zufriedenheit gelöst worden sind. Franz Seeber begleitet uns auf dem Akkordeon. Es wird viel gelacht. Wir singen, schunkeln und tanzen. Um Mitternacht hat Lothar Mühe das fröhliche Treiben zu beenden. Lachend und singend gehen alle bei bester Laune in die Zimmer. Samstag, den 8.Juli Punkt 9 Uhr stehen wir an der Talstation der Rosskopfbahn. Die ersten Kabinen bringen uns zur Bergstation auf 1850m Höhe. Auf einem bequemen Bergweg geht es über die Kuhalm zur Ochsenalm (1907m). Es ist ein heißer Tag, so schmeckt die Buttermilch besonders gut. Klaus und seine Gruppe gehen weiter auf dem Ridnauner Höhenweg. Es geht steil bergan in Richtung Telver Weissen bis zur Seeber Alm (2210m). Wieder zwingen aufziehende Gewitter die Wanderer zum Abstieg nach Mareit. Mit Lothar gehen wir ein Stück weit den Ridnauner Höhenweg. Wir genießen die gute Sicht zum Jaufenhaus und auf den Mareiter Stein. Dann geht’s zurück zur Ochsenalm. Von da folgen wir einem steilen Wiesenpfad bergab, überqueren mehrere Bachläufe und staunen immer wieder über die herrlichen Blumenwiesen bei der Freund-Alm. Sicher führt uns Lothar weiter zum Kochbichlhof wo wir einkehren und Rast machen. Auf dem Weg nach Mareit sitzen uns immer wieder Gewitterwolken im Nacken. Im Gasthof zum Stern, direkt neben der sehr schönen Barockkirche, treffen wir uns mit der anderen Gruppe und werden von Hermann abgeholt. Nach einem –vorerst- letzten Gourmet Dinner im Hause Seeber heißt  es, die Koffer  zu packen. Spät endet der Abend, Deutschlands Fußballnationalmannschaft hat den 3. Platz erobert! Zufrieden fällt man in die Betten. Sonntag, 9.Juli Pünktlich stehen alle Gepäckstücke am Bus und werden verladen. Ein letztes Gruppenfoto, ein letztes „Danke! Wir kommen wieder!“ ..und heimwärts geht’s. Die Fahrt gibt Gelegenheit, die Woche nochmals in Gedanken Revue passieren zu lassen: Vorbereitung und Durchführung der Wanderwoche waren wieder erstklassig und verdienen großes Lob und Anerkennung für Lothar Stein und Klaus Zernia! Dank der zwei Wanderführer war es diesmal möglich, Gruppen mit unterschiedlichen Anforderungen zu bilden. Dies hat sich sehr positiv ausgewirkt. Die Wanderungen waren anstrengend, aber trotzdem –oder gerade deshalb- haben sie Körper und Seele wohl getan, der Trainings- und Erholungseffekt wird noch nachwirken. Einen großen Beitrag zum guten Gelingen leistete auch das Hotel mit seiner familiären Atmosphäre, der Wellnessanlage, dem hervorragenden Essen und immer freundlichem Service. Es waren absolut harmonische Tage. Der Umgang miteinander, die Fürsorge und Rücksichtnahme waren ganz enorm und großartig. Jeder Einzelne fühlte sich wohl und geborgen in der Gemeinschaft  - ein großes Verdienst von Lothar und Inge Stein und Klaus Zernia! Auch Zayah Ziyeh war unermüdlich im Einsatz zum Wohle anderer. Allen Vieren ein herzliches „Dankeschön“ und hoffentlich „Auf Wiedersehen“ bei der nächsten Wanderwoche nach Ratschings!

   
 
 
 
 
 

 

       

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