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Luca Christ gewinnt die Weltmeisterschaft im Team Finale Deutschland und wird Vizeweltmeister im Finale Mehrkampf und Finale Sprung

Nach einem Tag Eingewöhnung und Einturnen in den Höhen der Schweizer Berge, die Unterkunft und Turnhalle lagen auf 600 m Höhe über Biel in der Westschweiz, ging es am Dienstag am 2. Tag ans Eingemachte.
Zuerst starteten die Senioren (19+) in die Qualifikation der Männer für den Mehrkampf und auch die Finalwettkämpfe in den drei Disziplinen Kür Sprung, Kür Spirale und Musikkür. Nur die insgesamt besten sechs Turner konnten sich qualifizierten.
Luca Christ, mehrfacher Juniorenweltmeister war erstmals als jüngster Turner mit noch 19 Jahren bei den Senioren am Start und begann den Wettkampf mit der Kür Spirale, einer seiner starken Disziplinen.
Doch nicht immer geht auch bei ihm nicht alles glatt.

In der großen Spirale rutscht das Rad ab, er versuchte auszugleichen und zerrte sich einen Rückenmuskel. Keine Chance und Sturz! 30 Sekunden waren zu wenig, um einen gezerrten Muskel zu lockern, aber der Wettkampf ging weiter. Also Zähne zusammenbeißen und durch. Obwohl Luca die kompletten Höchstschwierigkeiten turnte, muss er zwei Großabzüge in Kauf nehmen und eigentlich war damit der Traum vom Einzug in die Finalwettkämpfe mehr als gefährdet. Eigentlich!
Mit Rückenschmerzen, einem Loch in der der Wettkampfhose und total enttäuscht verließ Luca die Wettkampffläche. Das Loch in der Hose nähte der Bundestrainer mit Nadel und Faden höchstpersönlich, den Rücken lockerte Luca sich mit Übungen und im Laufe der nächsten Stunde schaffte er es auch, sich emotional wieder zu fangen. Mit der Aussage „Ich bin noch nicht raus“, überzeugt Luca seine Schwester und Heimtrainerin Vera und bereitete sich für den Sprungwettkampf vor.
Beide Sprünge: Strecksalto mit eineinhalbfacher Schraube: nicht super, aber gut genug, um in der Tageswertung den dritten Platz im Sprung zu erreichen.
Danach in der letzten Disziplin der Musikkür raffte Luca alle Energie zusammen und turnte sich traumhaft nochmals auf den dritten Platz und damit in die Finals Musikkür und Kürsprung, die am folgenden Samstag auf dem Programm standen.
Erst einmal Pause, dann folgte die Bekanntgabe der Gesamtergebnisse und die Freude war ausgelassen, denn trotz den Abzügen in der Kür Spirale erreicht er auch den Einzug ins Finale Mehrkampf.
Nach einem Tag Wettkampfpause startete donnerstags das Finale Mehrkampf. Erste Disziplin Kür Sprung: beide Sprünge waren gelungen, Endwert 9,1 Punkte.
Die zweite Disziplin: Musikkür lief auch ausgezeichnet, Endwert 9,8 Punkte. Danach Kür Spirale, seine sicherste Disziplin, normalerweise. Aber dann beim Unterdrehen, dem leichtesten Teil der Spirale rutschte das Rad weg: Sturz. Aber Luca riss sich zusammen, stieg ins Rad und turnte sicher, sauber und selbstbewusst die höchste Schwierigkeit aller WM-Teilnehmer. Siegerehrung: Silber für den 19jährigen Jungstar vom VfL Lahnstein und damit die Vizeweltmeisterschaft im Finale Mehrkampf. Größer konnte die Freude kaum sein.
Am Freitag, den 18.05. die spannende Erwartung: Wer wird für die Deutsche Mannschaft im Teamfinale der Nationen nominiert? Die Nationaltrainer entschieden sich für die vier Besten: Kira Homeyer (Taunusstein), Lilia Lessel (Darmstadt), Sarah Metz (Taunusstein) und Luca Christ vom VfL Lahnstein.
Wieder Einturnen und am Abend dann endlich das Teamfinale der vier besten Nationen. Gestartet wurde reihum: Kür Spirale, Musikkür und Kür Sprung. Das deutsche Team präsentierte sich in Top-Form und sammelte fleißig Punkte. So lag Team Deutschland in jeder Wettkampfrunde in Führung und gewann schließlich mit 1,25 Punkten Vorsprung vor Team Schweiz. Team Japan wurde Dritter und Team Niederlande Vierter. Richtig bewusst wurde den Siegern ihr Erfolg erst beim Klang der Deutschland-Hymne. Nach der Siegerehrung wurde Team-Deutschland zum Weltmeistertitel frenetisch gefeiert. Sogar eine kleine Feier wurde gestattet, aber Vorsicht nicht übertreiben, denn am Samstag ging es abends in die Einzelfinals.
Mit den letzten Reserven starteten die Turner am 12. Mai in die für diese WM letzte Etappe. Entscheidend wurde es für  Luca Christ im Einzel Sprung und Einzel Musikkür. Die Stimmung war nach dem Teamsieg super, das Publikum in der vollbesetzten Halle tobte vor Begeisterung.
Die erste Disziplin Kür Sprung lief gut für den Lahnsteiner. Beide Sprünge waren sehr schön, fast gleichwertig. Enttäuschter Blick auf die Wertungen, die deutlich zu tief ausfielen. Im weiteren Verlauf des Wettkampfes zeigte sich aber, dass alle Sprungwertungen tief gewertet wurden und so war es dann doch wieder gerecht. Große Freude bei der Siegerehrung: Silber für Luca Christ und damit noch einen Vizeweltmeistertitel.
Der letzte Einsatz lief ebenfalls erfolgreich, mit dem Endwert 9,15 sicherte Luca sich den 4. Platz im Finale Musikkür.
Damit war für Luca Christ diese WM nach einem holprigen Start super verlaufen, Er hat wieder einmal Nervenstärke und eisernen Willen bewiesen, diesen im Grunde fast verlorenen geglaubten Kampf noch so zu seinen Gunsten zu wenden. Mit seiner Einstellung, Kampfgeist, Nervenstärke und Können hat Luca sich bei dieser WM einen festen Platz im Team Deutschland gesichert, so dass er bei kommenden internationalen Auftritten im Team Deutschland mit von der Partie sein wird.
Bei der diesjährigen Rhönrad-WM in der Schweiz haben 120 Sportler aus 13 Nationen ihre Leistungen präsentiert. Deutschland stellte mit 28 Athleten den mit Abstand größten WM-Kader, gefolgt von den US-Amerikanern, die mit 18 Teilnehmern anreisten. Japan stellte 14 Athleten, die Schweiz 12, aus Israel kamen 11 Teilnehmer, genauso viele wie aus den Niederlanden. Außerdem dabei: 7 Österreicher/innen, 3 Belgier/innen, 3 Kolumbianer, 2 Norwegerinnen, eine Britin, eine Brasilianerin und eine Griechin.
 
Von Julia Schuler, Pressewartin Rhönradturnen

Das Weltmeisterteam Deutschland - Lilia Lessel, Sarah Metz, Kira Hohmeyer und Luca Christ