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Rope Skipping WM in der Weltmetropole Shanghai

Vor nicht allzu langer Zeit gehörte China sportlich gesehen im Rope Skipping zu den Schwellenländern. Das bedeutete, dass die chinesischen Rope Skipper ihr Talent international unter Beweis stellten, aber die großen Erfolge zunächst ausblieben. Das hat sich in den zurückliegenden Jahren grundlegend geändert. China stieg international zur erfolgreichsten Nation bei den männlichen Springern auf, was nicht zuletzt an einer systematischen Talentsuche und einer qualifizierten sportlichen Förderung liegt. Dass sich China bei dieser Entwicklung um die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft bewarb, kann nur als konsequenter weiterer Schritt betrachtet werden. Die Bewerbung war erfolgreich und daher findet die diesjährige Weltmeisterschaft in der Zeit vom 24. Juli bis zum 2. August 2018 in der chinesischen Metropole Shanghai, die mit 23 Mio. Einwohnern zu den weltgrößten Städten zählt, statt.
Besonders stolz auf die Qualifikation zur Junioreninnen WM am Montag 30.07. in Shanghai sind die drei Mackenrodter Springerinnen Sophia Backhaus, Svenja Doll und Noelle Müller sowie deren Trainerin Stefanie Kuhn. Von den vier qualifizierten deutschen Starterinnen bei der Junioreneinzelmeisterschaft kommen drei Springerinnen vom TuS Mackenrodt. Nachdem die qualifizierte Springerin des TG Hanau verletzungsbedingt absagen musste, vertritt bei den „Junior World Championships“ alleine der TuS Mackenrodt den Deutschen Turnerbund.
Für die amtierende Deutsche Schülermeisterin und die Nummer drei in Europa, Sophia Backhaus ist es die zweite Teilnahme an einer WM. Vor zwei Jahren in Malmö/Schweden stellte sie bei ihrer ersten WM-Teilnahme bereits ihre Speedstärken international unter Beweis. Beim Freestyle kam sie allerdings aus dem Tritt. Abgeschlossen wurde die Weltmeisterschaft mit einem Mittelfeldplatz. Bei der letztjährigen Europameisterschaft in Braga/Portugal gelangen ihr wiederum hervorragende Speedergebnisse und sie zeigte einen der bestbewerteten Freestyles. Sophia stellte in Portugal unter Beweis, dass sie mit den in Europa dominierenden Springerinnen aus Ungarn und Belgien gut mithalten kann. Abgeleitet aus den Vorjahresergebnissen und ihrer Dominanz bei der diesjährigen DM sollte an einem gut verlaufenden Wettkampftag eine Platzierung unter den TOP 10 möglich sein. Nicht abzuschätzen ist, inwieweit zwischenzeitlich die chinesischen jungen Frauen dem sportlichen Niveau der männlichen Springer gefolgt sind. Daneben ist wie immer mit den Springerinnen aus Belgien, Ungarn, Australien sowie den asiatischen Staaten zu rechnen. Svenja Doll, Bronzemedaillengewinnerin bei der DM 2018, nimmt erstmals an einem internationalen Wettkampf teil Aus dem Wissen heraus wie hoch die psychische und die physische Belastung beim ersten internationalen Start ist, fällt eine Vorhersage über das mögliche Abschneiden sehr schwer. Mit dem Start in Shanghai hat Svenja das Hauptziel „WM-Teilnahme“ ohnehin geschafft. Noelle Müller belegte bei der letztjährigen EM in Braga (Portugal) einen hervorragenden 13. (von 31.) Platz. Diese gute Platzierung war im Vorfeld so nicht erwartet worden. Wenn es ihr in Shanghai gelingt ihre Speedqualitäten abzurufen und wiederum einen möglichst fehlerfreien Freestyle zu zeigen, dürfe bei der WM ein guter Mittelfeldplatz erreichbar sein.
Luisa Weisner vertritt Deutschland bei den Masters ebenfalls am Montag 30.07. in ihren beiden Spezialdisziplinen 30 Sekunden Speed und 180 Sekunden Speed. Bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften in Schweden durfte sich die Speedspezialistin über den 15. Platz (von 42) im 30 Sekunden Speed und den 25. Platz (von 62) im 180 Sekunden Speed freuen. Wenn diese Ergebnisse bei der zwischenzeitlich beruflich stärker als früher eingebundenen Springerin wieder erreicht werden, darf man mehr als zufrieden sein.

Über  so viel internationale Qualifikationen wie noch nie konnten sich die Rope-Skipper des TV Oberstein freuen. Bei der 8. Teilnahme an internationalen Meisterschaften werden die TVO´ler mit 2 Teams und 4 Einzelspringer, aber ohne ihre Trainerin Steffi Ackermann in Shanghai an den Start gehen.
Den Auftakt machen Katrin Ryan und Peri Ann Houk am Donnerstag den 26.07. beim Rahmenwettkampf des Internationalen Open Tournement. Dieser Wettkampf wird von den Ranking-Platzierten 4-6 der einzelnen teilnehmenden Ländern gesprungen. Daher ist genau wie bei den Masters mit starker Konkurrenz zu rechnen und macht eine Prognose sehr schwer. Beide haben sich eine ausgeglichene Leistung über alle 3 Disziplinen vorgenommen.
Danach heißt es zunächst Wettkampfpause bevor am Samstag 28.07. das gemischte Team des TVO mit Max Polenske, Lena Dutkiewicz, Kimberly Conradt und Vicky Risch ins Geschehen eingreift. Für sie ist es die erste WM-Teilnahme im Team und gleich bei der ersten Teilnahme bekommen sie es mit der fast ausschließlich übermächtigen Konkurrenz aus Belgien und Fernost zu tun. In diesen Ländern liegt der Focus eher auf den gemischten Teams. In Deutschland dominieren die Frauenteams. Dennoch wollen die 4 auch im Wettkampf ihre im Training gezeigten verbesserten Leistungen bestätigen.
Sonntag ist dann D-Day für das Frauenteam des TV Oberstein. Julia Kannengießer, Carlonine Weinz, Katrin Ryan, Peri Ann Houk und Maike Preuß haben sich wieder intensiv auf die Meisterschaften vorbereitet. Es ist schon bemerkenswert, dass im 7. Jahr in Folge immer wieder diese Power in der Vorbereitung, trotz Schule, Studium und Ausbildung, aufgebracht wird. Ein Platz unter den besten 15. in einer Teildisziplin und persönlicher Rekord im Double Dutch Speed haben sie die 5 zum Ziel gesetzt.  Neben dem aktiven Teil sind alle 5 auch zusätzlich noch als Kampfrichter bei den anderen Wettkämpfen in Shanghai eingesetzt.
Den letzten Wettkampftag  am Montag 30.06. bei den Einzel Masters werden Max Polenske und Maike Preuß zusammen angehen. Das ist fast wörtlich zu nehmen, da sich beide insbesondere beim Speedtraining immer wieder gegenseitig angestachelt haben. 100 Sprünge sind das Ziel in 30 Sek.. Aber dafür muss alles passen und die Nervosität voll unterdrückt werden. Diese Anzahl kann nur ohne Hänger erreicht werden. Im Speedbereich liegen Maike´s Stärken, die sie auch entsprechend ausspielen möchte, aber auch der Freestyle konnte im Vorfeld mit weiteren Schwierigkeiten versehen werden. Bei Max liegt der Fokus eigentlich auf dem Freestyle, der mittlerweile nur so mit Höchstschwierigkeiten gespickt ist. Durchspringen mit möglichst wenig Hängern heißt seine Devise und dann mal schauen, was dabei heraus kommt.
Rebecca Schwarz als Kampfrichter im Rope Skipping ergänzt die Nahe-WM-Delegation, die neben den sportlichen Aktivitäten auch bestimmt einiges Andere in der Weltmetropole zu sehen bekommt . Gespannt sind alle auf das angebotene Essen nach den Negativerfahrungen in HongKong vor 4 Jahren. Hier wurden damals schon nach 2 Tagen das „Gelbe M“ und ähnliche Etablissements aufgesucht. Die Nutellagläser kommen auf jeden Fall schon einmal vorsorglich ins Gebäck.
Also bleibt abzuwarten, was in Fernost so alles passiert.

Startzeiten der Naheskipper für den Livestream (Verlinkt unter www.fisac-irsf.org, Zeitverschiebung 6 Stunden nach vorne Angaben unten in Deutscher Zeit)
Donnerstag, 26.07., 03:00 Uhr Internationales Open Tournement; mit Katrin Ryan und Peri Ann Houk
Samstag, 28.07., 07:30 Uhr Team Masters gemischte Teams mit Max Polenske, Lena Dutkiewicz, Kimberly Conradt und Vicky Risch
Sonntag, 29.07., 07:00 Uhr Team Masters Frauenteam mit Julia Kannengießer, Caroline Weinz, Katrin Ryan, Peri Ann Houk und Maike Preuß
Montag, 30.07., 03:00 Uhr Junioren Masters Einzel mit Sophia Backhaus, Noelle Müller und Svenja Doll
Montag, 30.07., 07:30 Uhr Masters Einzel mit Max Polenske, Maike Preuß und Luisa Weisner
 

Die Rope Skipperinnen des Tus Mackenrodt: Hinten v.l.nr.: Noelle Müller, Luisa Wiesner, Rebecca Schwarz, Stefanie Kuhn; vorne v.l.n.r.: Svenja Doll, Sophia Backhaus

Das Team des TV Oberstein: v.l.n.r.: Max Polenske, Kimberly Conradt, Caroline Weinz, Katrin Ryan, Maike Preuß, Vicky Risch, Peri Ann Houk, Julia Kannengießer.