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Er ist ein Leben lang im Turnverein
Und jetzt spürt er, was ihm fehlt. Die Pandemie vermiest ein Stück Freizeiterfüllung.

Vereine sind geschaffen, um für Leben zu sorgen. Dafür arbeiten sie, zumeist im Ehrenamt mit immensen Eigenleistungen. Das sportliche Angebot auf den Sportplätzen und in den Hallen ist das Wichtigste im Vereinszweck. Es umfasst die unterschiedlichsten Programme für alle Altersschichten, für Menschen  mit den verschiedensten Talenten und es macht keinen Unterschied, ob es  Deutsche oder  ausländische Mitbürger sind. Der Verein ist für alle da und das zu einem Preis, den sich jeder leisten kann. Und weil das so ist, sind die Sportvereine in Sachen Sportangebot das Beste, was mehr als jedem dritten Bürger in unserem Land  zugutekommt.

Wenn diese Vereine still stehen, dann fehlt aber mehr als die wöchentliche Sportstunde und der Wettkampf am Wochenende. Begegnungen fallen aus, auf die man sich freut. Weil sie in vielen Fällen auch aus einem Stück allein sein heraushelfen. Man geht in den Verein, weil man sich bewegen will, weil man die trifft, die auch so denken, weil er Platz bietet für persönliche Treffen, für den Austausch von Gedanken, für gemeinsame Planungen. Oder der Verein plant es und führt es durch: den Ausflug, den monatlichen Stammtisch, die Zusammenkunft in der Weihnachtszeit. Ohne Aufpreis, es ist alles im monatlichen Beitrag drin. Der Beitrag im Sportverein ist wie der Eintritt in eine sportliche und gesellschaftliche Gesamtversorgung.
Wer das alles hat, wer es seit Jahren so empfindet, dass sein Verein  wie ein Stück Geborgenheit für ihn ist, dem muss jetzt viel fehlen. Und es ist auch so. „Ich will nicht zu Olympia, sondern nur ein wenig fit bleiben. Und andere treffen, schwätzen und  lachen“, sagt der Mann, Mitte 70. Seit er denken kann ist er im Turnverein. Als Jugendlicher hat er geturnt, passabel aber nicht herausragend, Volleyball als Freizeitsport hat er gespielt und heute sind sie einmal in der Woche zusammen, machen einfache Übungen, spielen mit dem Ball und freuen sich während des Sportes auf den Schoppen danach. Der dauert meistens länger als der Sport selbst. „Das fehlt mir sehr. Der Mittwochabend in meiner Sportgruppe ist mir heilig“, sagt er und man  spürt, wie sehr er das vermisst.
Vielleicht vermisst man den Wert von Sportvereinen dann am meisten, wenn sie einmal aussetzen. Wenn sie wie jetzt in der Pandemie nicht das dürfen, wofür sie da sind: für den  Menschen. Und nicht nur mit Sport. Das mit der Geselligkeit und der Kommunikation ist ebenso wichtig. Die Pandemie vermiest auch ein Stück Freizeiterfüllung.
von: Hans-Peter Schössler